Eindrücke: Juli 2012

Montag, 30. Juli 2012

Der Kaiserstuhl, Teil 4


Vor allem in der ökologischen Landwirtschaft, wo mineralische Dünger (Kunstdünger) verboten sind, wird zur Stickstoffanreicherung der Böden die Gründüngung eingesetzt. Dafür werden Pflanzen ausgesäht, die in der Lage sind, viel Stickstoff und andere Nährstoffe zu binden. Nach dem Absterben im Herbst und Winter verrotten diese Pflanzen und geben die Nährstoffe wieder an den Boden ab. Dafür geeignet sind hauptsächlich Wicken, Kleearten, Phacelia, sowie Kreuzblütler wie der weiße Senf.


Über die Ringelblume (Calendula) inmitten der Leguminosen
habe ich mich natürlich am meisten gefreut. :-)

Gründüngung hat noch weitere Vorteile. Durch das Wurzelwerk der Pflanzen wird der Boden gelockert, das Ausschwemmen von Nährstoffen aus dem Boden wird reduziert, die Pflanzen sorgen für gleichmäßigere Temperatur und Feuchtigkeit. Außerdem locken die Blüten viele nützliche Insekten an.



Phacelia mit Hummel


Sonntag, 29. Juli 2012

Der Kaiserstuhl, Teil 3

Es gilt heute nicht nur die Folgen dieser in den 1970er Jahren gebauten Großterrassen zu reparieren, sondern es steht auch der Naturschutz im Vordergrund. Durch die einmalige Lage und das besondere Klima haben sich am Kaiserstuhl einige besondere Pflanzen- und Tierarten erhalten.

Man versucht Biotope zu schaffen, wie z.B. durch das Errichten von Trockenmauern zur Stützung der Rebterrassen.

Trockenmauer aus Vulkangestein in Achkarren



Die Errichtung von Trockenmauern ist Schwerstarbeit. Für 1 qm Mauerfläche muss ca. 1 Tonne Steine bewegt werden. Aber diese Mauern haben viele Vorteile: das dunkle Vulkangestein speichert die Sonnenwärme und gibt sie nachts wieder an den Boden der darüberliegenden Rebterrasse ab. Zudem bieten die Nischen und Hohlräume ideale Unterschlupfmöglichkeiten für Eidechsen und andere wärmeliebende Tiere, wie auch tagsüber für Nachtfalter.

Der Russische Bär oder die Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria)
zählt zu den (teils tagaktiven!) Nachtfaltern

Hier findet man noch etwas mehr über diesen Nachtfalter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Russischer_B%C3%A4r



Samstag, 28. Juli 2012

Der Kaiserstuhl, Teil 2



Ein Teil des Kaiserstuhls ist Naturschutzgebiet, andere Teile werden intensiv landwirtschaftlich genutzt. Durch das stellenweise mediterrane Klima gehört dieses Gebiet zu den wärmsten Gegenden Deutschlands. Schon die Römer wussten dies zu schätzen und bauten hier Wein an. Im Jahr 769  n. Chr. wird der Weinbau am Kaiserstuhl das erste mal urkundlich erwähnt. Heute macht der Weinanbau den größten Teil der landwirtschaftlich genutzen Flächen am Kaiserstuhl aus.
Da bei Bewirtschaftung von klassischen Rebhängen der Lössboden zu sehr erodierte, schuf man kleinere Terrassen.

Rebhang

Rebhang mit Kleinterrassen im Vordergrund
 
Rebhänge und Kleinterrassen

Treppenaufgang zu Kleinterrassen.

Im Vordergrund Rebhänge und Kleinterrassen.
Rechts oben: durch die Großterrassen mit den hohen Böschungsmauern
ist vom eigentlichen Berg nichts Natürliches mehr übrig geblieben

Sehr umstritten war die Schaffung von Großterrassen zwischen 1970 und 1976. Sie sollten die Bewirtschaftung mit Maschinen ermöglichen. Sie veränderten aber nicht nur die Landschaftsform völlig: das Bild des Kaiserstuhl war an diesen Stellen nicht mehr geprägt durch idyllische Hänge und Hügel, sondern durch eckige, hohe, graue Mauern, die die Rebterrassen stützten. Außerdem hatten diese Großterrassen den nachteiligen Effekt, dass die Wasseraufnahmefähigkeit des Lössbodens verringert wurde, weil die Planierraupen das Gestein verdichteten.
Die Großterrassen erwiesen sich bald auch in anderer Hinsicht als "heimtückisch". Bei starken Regenfällen rutschte die Böschung ab. Bei Kälteeinbrüchen im Frühjahr erfroren die Rebblüten, weil sich Kaltluft auf den Terrassen staute. Seit Anfang der 1980er Jahre versucht man deshalb die Folgen dieser Umgestaltung wieder zu korrigieren.




Freitag, 27. Juli 2012

Der Kaiserstuhl, Teil 1


Der Kaiserstuhl ist ein kleines im Rheintal gelegenes Mittelgebirge im Südwesten Deutschlands und war vor
16 Millionen Jahren noch ein aktiver Vulkan. Auch heute kann man noch an einigen Stellen einen Blick auf diese Vergangenheit werfen: Teile von Lavaströmen und durch Vulkanausbrüche entstandenes Tuffgestein lassen die Entstehungsgeschichte erahnen. 




Ein Ackerwinde hält sich am Gestein fest

Hier rankt ein Mauerpfeffer an der Felswand entlang




Etwa vor 15 Tausend Jahren entstand die heutige Lössbedeckung. Löss ist ein Sediment, was durch Erosion anderer Gesteine entsteht und durch Wind transportiert wird. Die lockeren Lössböden können sehr gut Wasser speichern und sind sehr fruchtbar.





Nun, liebe Blogbesucher, mal ganz ehrlich, wem ist sie aufgefallen im fünften Bild? Perfekt getarnt:

Eine Ödlandschrecke (Oedipoda). Es gibt sie mit roten oder mit blauen Flügeln.
Leider ließ sich dieses Exemplar hier nicht dazu bewegen, mal eine Runde zu fliegen ... :-(



Donnerstag, 26. Juli 2012

Ein barocker Schnörkel ....



.... eine "Schiller"-Locke ....



.... pure Anhänglichkeit ....



.... sprießende Haare ....



.... eine gelbe Blüte ....




.... ein gekröntes Haupt ....



 
.... na, wenn das mal nicht ....



.... eine Gurke ist!




Mittwoch, 25. Juli 2012

Blauer Natternkopf

Der blaue oder gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare) gehört zu den Borretschgewächsen und liebt sonnige Standorte. Hier in der Gegend findet man ihn oft auf Schuttplätzen, an sonnigen Wegen und an den Hängen des Kaiserstuhls. Die blauen Blüten der bis zu 80 cm großen Pflanze fallen einem von weitem schon auf.



Und auch dieses mal fallen sie mir natürlich sofort auf. Doch - nanu, denke ich, was sitzt denn da? Eine Kellerassel mit Haaren?



Nein, es hat Flügel. Das Tierchen fliegt sehr schnell und ist kaum mit der Kamera einzufangen. Es kriecht immer wieder in die Blütenkelche hinein, ernährt sich also von Nektar.




Es dauert ganz schön lange, bis ich endlich die Gelegenheit habe, das GANZE Insekt zu fotografieren.




Endlich, es sitzt mal für ein paar Sekunden still - es ist ein Wollschweber (Bombylius sp.) und gehört zu den Fliegen.


Dienstag, 24. Juli 2012

Sonnenblumen


Es passiert immer mal wieder, dass im Winter vom Vogelfutter Sonnenblumenkerne auf den Boden fallen. Und manchmal keimen diese im Frühjahr. Dann lassen wir die Pflänzchen einfach wachsen: wenn schon Vögel ihr Fressen selber "säen", sollen sie es auch bekommen, und WIR freuen uns über die schönen Blumen. 
Deshalb heute: von der Knospe bis zum "Selbstbedienungs-Imbiss" für Vögel ... 










Scheint zu schmecken! Guten Appetit!


Übrigens:
Sonnenblumenöl kann prinzipiell auf zwei verschiedene Arten aus den Kernen gewonnen werden. Einmal durch Kaltpressung, wobei das Öl nicht über 30°C erwärmt wird und dadurch die meisten Vitamine und Fettsäuren erhalten bleiben. Die gute Lagerbarkeit von Sonnenblumenöl ist auf den hohen Vitamin-E-Gehalt zurückzuführen.
Öl, was durch Extraktion gewonnen wird, wird dabei auf über 200°C erhitzt. Natürlich gehen bei diesem Prozess die meisten Vitamine und Fettsäuren verloren. Das gewonnene Öl ist aber höher erhitzbar.


Montag, 23. Juli 2012

Wildkräuter

Wer denkt nicht automatisch an die Italienische Küche und an Mittelmeer-Kräuter, wenn er Oregano, Majoran oder Thymian hört.
Doch die Verwandten dieser Kräuter wachsen hier bei uns auf der Wiese vor der Haustüre. Sie passen beide gut zur Mediterranen Küche, zu Soßen und Fleischgerichten.



Bild 1, 2 und 3: Oregano (wilder Majoran, Dost) - Origanum vulgare

Oregano kann auch medizinisch als Tee bei Verdauungsbeschwerden und  Erkältung verwendet werden.





Bild 4, 5 und 6: Feldthymian (Quendel-Thymian) - Thymus pulegioides

Die Inhaltsstoffe des Thymians wirken krampflösend, schleimlösend und desinfizierend. Entsprechend wird die Heilpflanze in der Medizin bei Husten und Bronchitis, sowie bei Krämpfen des Magen-Darm-Trakts eingesetzt.

Beide Pflanzen findet man an Wiesen- und Waldrändern. Wenn man ein oder zwei Blätter zwischen den Fingern zerreibt, wird das etherische Öl freigesetzt, und man riecht das würzige Aroma. Beides sind gute Bienenweiden. Also Vorsicht beim Pflücken der Kräuter!





"Du, da, mit dem komischen schwarzen Apparat vor dem Gesicht - nur dass wir uns
einig sind: alles an Kräutern, was
INNERHALB des Weidezauns wächst, gehört MIR!
Kräuter schmecken mir nämlich auch!"


Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...