Eindrücke: Mai 2013

Freitag, 31. Mai 2013

Bodensee im Mai, Teil 10: Wolken

Heute ganz wenig Text, dafür mehr Bilder: Wolkenformationen über dem Bodensee und Spiegelungen im Wasser. Da könnte ich eine Speicherkarte vollknipsen und habe immer noch nicht genug. Wenn dann die Sonne auf die Wolken scheint oder teilweise noch durch kleine Wolkenlücken hindurch, dann ändert sich die Stimmung ständig.

Das erste Bild ist aus Friedrichshafen, alle anderen sind aus Langenargen.






 













Donnerstag, 30. Mai 2013

Bodensee im Mai, Teil 9: Kunst

Am besten bekannt ist bestimmt der Bildhauer Peter Lenk mit seinen (teilweise sehr umstrittenen!) Kunstwerken, wie dem Brunnen "Der Bodenseereiter" in Überlingen oder der "Imperia" im Konstanzer Hafen (siehe HIER).

Aber auch andere Künstler sind mit ihren Skulpturen in den Orten am Bodensee vertreten. Hier sind jetzt ein paar Bilder von Skulpturen in Langenargen und Nonnenhorn. Teilweise habe ich sie schon mal hier auf diesem Blog gezeigt.

In Nonnenhorn am Bahnhof steht "Der Ausländer" von Guido Messer. Er soll an die Gastarbeiter erinnern, die in den 1950er Jahren nach Deutschland kamen. Alles Eigentum, was sie mitbrachten, war in diesem Koffer untergebracht. Die Familie - Frau, Kinder -, die vertraute Umgebung, alles musste zurückgelassen werden.


Die Figur fasziniert mich immer wieder. Der gesenkte Blick, der hochgeschlagene Kragen; der Koffer steht neben ihm. Und so wartet er, bis er irgendwann irgendwo ankommt, in einem fremden Land mit fremden Leuten und einer fremden Sprache.




In Langenargen trifft man an verschiedenen Stellen im Ort auf Skulpturen.

Am Ufer steht die Bronzeskulptur "Foucault" von Leonhard Lorenz. Auf den ersten Blick erinnert sie einem an ein Segelschiff. Von der Seite betrachtet, fällt einem auf, dass ein bewegliches Pendel aufgehängt ist, das sich im Wind bewegt.




An die Mauer der Mole gelehnt steht der "Dammglonker" von Roland Martin. Er soll an die Knechte erinnern, die im 19. Jahrhundert Salz- und Getreidelädinen beluden; darüber hinaus soll damit auch die traditionsreiche Geschichte des Langenargener Gondelhafens ein Denkmal finden.






Ebenfalls von Roland Martin ist der "Büttel", der vor dem "Hospital zum Heiligen Geist" steht. Der Büttel war für die Verbreitung von offiziellen Mitteilungen und wichtigen Ereignissen zuständig.




Der "Fischerbrunnen" am Rathaus stammt von Fidelis Bentele.




Im Schlossgarten beim historischen Kavalierhaus steht eine Bronzefigur von Ester Seidel: "Innerhalb eines Augenblicks"
Normalerweise sollte man nicht auf Kunstwerken herumklettern. Aber in diesem Fall sind zwei Stufen in den Sockel eingelassenen, die geradezu dazu auffordern, zu der Figur hochzusteigen.





Und von der ganzen Lauferei müde, tut es gut, sich mal irgendwo zurücklehnen und etwas dösen zu können:


Über diese Figur habe ich leider gar nichts rausgefunden. Also falls jemand irgendwas drüber weiß, bitte melden!


Aber es gibt auch Musik in Langenargen. Sowohl im Schloss Montfort, als auch "open air" im Schlosspark. Und diesmal habe ich mich sehr gefreut, denn es wurde dieses mal etwas ganz Besonderes geboten. "Count Zeppelin Pipe and Drums Band" nennen sie sich: eine Gruppe aus Friedrichshafen, die sich der Dudelsackmusik verschrieben hat!
Das war natürlich was für mich als Fan von allem, was mit Großbritannien und im besonderen mit Schottland und den Highlands zu tun hat!


Was soll ich sagen! Ich war begeistert. Das Konzert war ein Erlebnis. Die Ansagen des musikalischen Leiters Frank Klotzsche waren pfiffig und witzig, die Lieder und Balladen einfach wunderbar. Außerdem wurden auch ein paar Lieder von einer E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug begleitet. Ein gelungener Versuch, neue Wege zu gehen. Letztes Jahr feierte die Gruppe ihr 10-jähriges Bestehen mit dem ersten großen Military-Tattoo, das jemals in Friedrichhafen stattfand.




Ich hatte ja so die Idee, einen Teil aufzunehmen. Aber, wie die Leute nun mal sind.... es wird ständig um einen herum gequasselt. Also kam nichts dabei raus. Aber ich habe eine Aufnahme bei YouTube gefunden, bei der "Count Zeppelin" während eines Tattoos in Frankreich zu hören ist. Mit ihrem ganz speziellen "letzten Lied", was bei jedem Auftritt zum Ausmarsch gespielt wird: "Muss i denn zum Städtele hinaus".
Mit einem Klick auf's Bild geht es los!









Dienstag, 28. Mai 2013

Bodensee im Mai, Teil 8: Pfahlbauten in Unteruhldingen



GoogleMaps

Heute also ein Besuch in Unteruhldingen. Dort gibt es nämlich etwas Außergewöhnliches zu sehen. Und das ist es auch, was mich immer wieder dort Halt machen lässt: das Pfahlbaumuseum und die Reste der Pfahlbauten im See, die seit 2011 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen.
Hier auf meinem Blog gibt es schon einen Bericht über Unteruhldingen und die Pfahlbauten. Dieser hier soll jetzt eine Ergänzung dazu sein. Mit einem Klick auf das Bild kommt ihr also zum ersten Teil, dann könnt ihr nachschauen, wovon ich jetzt eigentlich rede.




Das Pfahlbaumuseum wird mit viel Engagement von einem privaten Verein geführt. Es finanziert sich aus den Eintrittsgeldern, Spenden und dem Verkauf von Büchern, Postkarten, DVD's etc. Inzwischen haben sie auch einen Online-Shop. Der Link zur Seite des Pfahlbaumuseums ist HIER.


Wallfahrtskirche Birnau und unten am Ufer: Schloss Maurach


Am Hafen, direkt neben dem Pfahlbaumuseum wurden Informationsstände zur Geschichte der Pfahlbauten eingerichtet. Einerseits Informationen auf Touchscreens, die aber je nach Sonneneinstrahlung schwierig zu lesen sind. Einfacher sind da die klassischen "Ringbücher", die auf Steinblöcken befestigt sind.
Hier mal ein paar Beispiele und ein paar Informationen, die auf den Tafeln ausführlich aufgeschrieben und illustriert sind.


Siedlungen der Früh- und Mittelbronzezeit um 1600 bis 1500 v. Chr. Leider liegen große Teile dieser Siedlung unter der jetzigen Hafenmole.
Unten links ist ein Bronzebeil abgebildet, das als Arbeitsbeil und als Waffe diente.



Hier werden die Funde im See lokalisiert: Jungsteinzeit (3800, 2900 und 2650 v. Chr.; lachsfarbene Fläche), Früh- und Mittelbronzezeit (1600 und 1500 v. Chr.), Spätbronzezeit (gelbe Fläche). Wobei die Spätbronzezeit ja eigentlich erst ab 1300 v. Chr. begann (Druckfehler auf der Tafel? Andere Zählung?).

Insgesamt stecken 50 000 bis 100 000 Pfähle im Seegrund!




Ein Taucher bei der Vermessung von Pfählen auf dem Seegrund. So kann an Land der Dorfplan gezeichnet werden und eventuell Teile daraus aufgebaut werden.



Eine Luftbildaufnahme vom Seegrund: sie zeigt einerseits links Pfahlreihen von Häusern und rechts (Pfeile) Palisaden, die rund um das Dorf errichtet waren.



Diese Funde aus der späten Bronzezeit zeigen Gewandschließen und Haarschmuck.

Geht man jetzt vom Hafen wieder zurück in den Ort...



Kapelle St. Quirinius (stammt aus dem Jahr 1505)

... trifft man auf sogenannte Zeittafeln. Auf einer Strecke von ca. 2 km Länge wird die Geschichte des Ortes und der Pfahlbauten erzählt:

Und die Geschichte beginnt vor ca. 10000 Jahren in der Mittelsteinzeit, also unmittelbar nach der letzten Eiszeit. Es gibt Belege, dass Steinzeitmenschen bereits zu der Zeit am Bodenseeufer Freilandlager aufgeschlagen haben. Man fand an verschiedenen Rastplätzen Feuersteinwerkzeuge.

Vor über 6000 Jahren wurde der See von den ersten Menschen als Siedlungsgelände entdeckt. Es entstanden feste Siedlungen mit Häusern auf Pfählen. Das Seeufer und die Seefelder Aachniederung (= Deltamündung des Flusses Aach), wurde für Viehhaltung und Ackerbau genutzt. Es gab bereits einen regen Handel mit Beilen, Perlen, Feuerstein und später auch mit Metallen wie Kupfer.




Vor 3000 Jahren gab es vor Unteruhldingen und vor Maurach große Bronzezeitdörfer mit über 80 Häusern und mit 400 - 500 Einwohnern.
 


Auf der Tafel oben ist ein Bronzezeitdorf (975 - 967 v. Chr.) dargestellt. der umrandete Teil des Dorfes ist im Museum nachgebaut worden (siehe ebenfalls im ersten Teil dieses Berichts).


Im 11. Jahrhundert n. Chr., also vor ca. 1000 Jahren, wird Uhldingen erstmals urkundlich erwähnt. Man geht davon aus, dass zu der Zeit auch bereits eine Verbindung über den See zum südlichen Ufer bestanden haben muss. Ein Ausschnitt aus der Züricher Wappenrolle aus dem 14. Jahrhundert zeigt ein Boot mit zwei Rudern (Riemen):




Oben eine Luftaufnahme des Museums aus dem Jahre 1939.

Das ist jetzt natürlich nur ein kleiner Ausschnitt aus der Zeitreise, die man entlang der ausgeschilderten Strecke machen kann.

Am Ufer direkt hat man einen wunderschönen Blick hinüber zur Insel Mainau.



Es laden auch immer mal wieder kleine Parks und Cafés zum Erholen ein. 
Zum Baden war der Bodensee natürlich noch zu kalt. Aber trotzdem gab es Badegäste... Sandbadegäste... :-)




Oh! .... Pardon!
Unglaublich! Ist es vielleicht möglich, dass hier etwas auf meine Intimsphäre Rücksicht genommen wird!?
Aber natürlich, ich höre auf zu fotografieren.... Entschuldigung!





Als Fazit kann ich nur sagen: besucht Unteruhldingen und die Pfahlbauten, wenn ihr die Möglichkeit habt, am Bodensee zu sein! Es ist ein Erlebnis! Sowohl das Museum selbst, als auch die Zeitreise durch den Ort!
Und wer sich mehr für Tiere interessiert: ein Reptilienhaus gibt es auch!










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