Eindrücke: November 2012

Donnerstag, 29. November 2012

Die Staufener Burgruine



 
Es gibt hier einige geschichtsträchtige Orte. Einer davon ist Staufen im Breisgau mit der Staufener Burg.

Bei der Entstehung des Oberrheingrabens (Beginn vor 35 Mio Jahren) blieben bei der Absenkung der Rheinebene Schollen stehen, die heute noch aus der Ebene hervorragen. Dazu gehört der Tuniberg und eben auch der Staufener Schlossberg (obwohl dieser durch Erosion eher wie ein Vulkankegel aussieht). Die exponierte Lage zwischen Rheinebene und Schwarzwald nutzten wohl schon die Römer. Den Funden nach zu schließen stand dort ein römisches Castell (Wachtturm).
Die Burg entstand wahrscheinlich im Laufe des 12. Jahrhunderts und wurde bis 1602 von den "Herren von Staufen" bewohnt. Nach dem Tod des letzten Nachfahren (Georg Leo von Staufen) im Jahre 1602 war die Burg noch bis 1607 bewohnt. 1632 besetzten die Schweden die Burg und zerstören sie. 1896 erwarb die Stadt Staufen die Burgruine und ließ sie restaurieren, um sie vor dem völligen Zerfall zu schützen.



Den Schlossberg kann man von unterschiedlichen Richtungen her erklimmen, je nachdem, wie gut man zu Fuß ist.




Auf dem Weg nach oben geht man durch Weinberg-Parzellen, aber man trifft z. B. auch auf weidende Schafe.




Zu einer echten Ritterburg gehören natürlich auch echte Pferde. Und wenn man Glück hat, trifft man auf dem Weg zur Burg auch wirklich auf ein Pferd. Nämlich auf Johnny:

Vielen Dank nochmal, dass ich dieses Foto machen durfte!



Je mehr man sich der Burg nähert, desto mehr bekommt man den zu dieser Jahreszeit stürmischen Wind zu spüren.



Im Innern der Burg sind noch die Reste von Mauern, Gängen und Höfen zu erkennen.





 

 
Und wenn man schwindelfrei ist, kann man über eine schmale, ausgetretene Treppe zum Turm hoch steigen.



Oben erwartet einem aber ein wunderbarer Blick über den angrenzenden Schwarzwald.....



... und nach Norden(-westen) bietet sich einem ein Ausblick bis zum Tuniberg, dahinter der Kaiserstuhl und links dahinter die Vogesen.



Und noch eine ganz besondere Berühmtheit hat mit den Herren von Staufen und der Burg zu tun. Im Jahr 1539 nahm der zu der Zeit residierende Freiherr Anton von Staufen den damals bekannten Alchimisten, Astrologen und Nigromanten Dr. Johannes Faustus in seine Dienste. Das ist in historischen Quellen bezeugt. Er sollte wohl mit Hilfe seiner "Künste" dem verschuldeten Burgherrn durch "Gold machen" aus der Klemme helfen. Es ist nicht sehr viel bekannt über das Leben und Sterben des Dr. Faustus. Sicher scheint dies zu sein: er starb im gleichen Jahr (1539) in Staufen im Gasthaus Löwen offensichtlich bei einer Explosion, die wohl durch ein alchimistisches Experiment ausgelöst worden war.
Der Sage nach starb er unter "ganz erbärmlichen" Umständen und soll daraufhin von dem obersten Teufel, nämlich Mephistophiles, abgeholt worden sein. Diese Geschichten um die tatsächlich existierende Figur inspirierten Goethe zu der Tragödie "Faust".





Dienstag, 27. November 2012

Eisenbahnen fotografieren


Man geht ja davon aus, dass Züge zu fotografieren nicht wirklich schwierig sein kann. Einfach sich irgendwo an der Trasse postieren und auf den Zug warten. Wenn er dann endlich kommt ... knips!

Doch manchmal entwickelt sich das zu einer sportlichen Übung. Keine Sorge: ich meine jetzt nicht damit, dass ich auf den Gleisen herumklettere! Bewahre!

Manchmal bekomme ich einen Tipp (wie immer von meinem Neffen), dass mal wieder eine besondere oder seltene Lok auf der Rheintaltrasse fährt. Da bin ich dann schon ganz gespannt darauf! Dann suche ich mir natürlich eine geeignete Stelle und freue mich über so zufällig vorbeifahrende außerplanmäßige Gespanne wie dieses:

 Die V 2105 (92 80 1275 105-5 D-MWB) der Mittelweserbahn aus Norddeutschland ....

.... mit der Re 421 375-7 (91 85 4421 375-7 CH-SBBC) der schweizer SBB Cargo AG "am Haken"

Oder man hat die Chance eine dieser fast 30 Jahre alten Lokomotiven aus dem Bestand der SBB Cargo AG in Aktion zu sehen:

Die Re 421 387-2 (91 85 4421 387-2 CH-SBBC) ist Baujahr 1984
und hat vorne ebenfalls noch das alte SBB Logo



Ein Blick auf die Uhr ... die Anspannung wächst. Man hat ja nur die eine Chance auf ein Foto.

ABER DANN! Dann passiert DAS: ein Güterzug wird auf ein Nebengleis geleitet, um einen schnelleren Zug vorbeifahren zu lassen. Und dieser Güterzug hält genau dort auf freier Strecke wo man steht und versperrt einem die Sicht auf das Hauptgleis! In diesem Augenblick wird einem klar: der überholende Zug kann nur der sein, der von der besonderen Lok gezogen wird, wegen der man überhaupt hier steht! AHHH!

ES 64 F4-997 (91 80 6189 097-9 D-DISPO)


Jetzt hilft alles zetern nichts mehr - jetzt heißt es rennen. Der Vorsignalwiederholer für das Hauptgleis ist schon auf grün (Vr1) geschaltet, also ist der Zug schon im Kommen!
Und das auch noch eine Viertelstunde früher als angekündigt!




Ich schaffte es gerade noch auf den Bahnsteig, und als ich mich umdrehte, kam der Zug schon in voller Fahrt auf mich zugebraust. Wegen so eines kleinen Bahnhofs drosselte er das Tempo natürlich nicht wesentlich. Jetzt blieb keine Zeit mehr, mich um irgendwelche Kameraeinstellungen zu kümmern. Tiefenschärfe, Gegenlicht, Fokus etc. - vergiss es! - jetzt konnte ich nur noch abdrücken.






Es war die 181 201-5 (91 80 6181 201-5 D-DB) Baujahr 1974 - in der zu der damaligen Zeit für Schnellzug-Lokomotiven üblichen kobaltblauen Lackierung. Und davon gibt es bei dieser Baureihe (BR 181.2) zum jetzigen Zeitpunkt gerade mal noch zwei Loks, die betriebsfähig sind! Und das hier war eine davon! Und was diese Lok hier noch einzigartiger macht: die zweite kobaltblaue 181.2, die 181 206-4, steht abgestellt im Eisenbahnmuseum Koblenz-Lützel und wird deshalb nicht im normalen Betriebsdienst eingesetzt.

Die technischen Daten der Baureihe 181 finden Sie hier



Sonntag, 25. November 2012

Sonnenaufgang


Je mehr es Richtung Winter geht, desto später geht die Sonne auf. Das gibt auch so Eulen wie mir die Gelegenheit, einen Sonnenaufgang zu sehen. Und wenn es dann noch so ein fotogener ist wie dieser hier, dann um so besser.  ;-)




Samstag, 24. November 2012

Eine ungewöhnliche Herde


Eine Gans als Aufpasser ....



.... ein Pferd ...



.... ein Esel ....



.... ein Lama (Alpaka?)



.... noch ein Pferd ....



.... und ein drittes Pferd und noch ein beiges Alpaka ....



... und nochmal zwei Alpakas ...



... und diese kunterbunte Herde lebt friedlich zusammen auf einer großen Weide ....

"Also gut .... eh .... dann gehe ich mal lieber .... "




Mittwoch, 21. November 2012

Baggersee

Baggerseen entstehen hier im Rheintal durch Abbau von Kies oder Sand. Die Teile, die nicht mehr zum Abbau genutzt werden, werden renaturiert. Meist werden die so entstandenen Seen im Sommer zum Baden oder als Naherholungsgebiet genutzt.
Aber auch in den kälteren Monaten, wenn der See dann verwaist ist, lohnt sich ein Besuch. Es bieten sich manchmal stimmungsvolle Motive.
Die Bilder stammen von einem Baggersee in der Nähe des Tunibergs.











Sonntag, 18. November 2012

Inversionswetterlage




Bei einer Inversionswetterlage ist die Welt auf den Kopf gestellt: oben auf den Bergen ist es warm und es herrscht herrliches, sonniges Wetter. Dagegen ist es in den Tallagen kalt und im Herbst oftmals neblig.
Wann immer man die Gelegenheit hat bei so einer Wetterlage ins Gebirge zu fahren, sollte man sie ergreifen. Das Panorama ist einmalig!

Der Belchen im Schwarzwald eignet sich natürlich sehr dafür. 300 000 Besucher im Jahr zeigen, dass das kein Geheimtipp mehr ist. Man hat einen wunderbaren Rundumblick: nach Norden und Osten über den Schwarzwald, nach Süden über die Rheinebene in die Schweiz mit Blick auf die Alpenkette und nach Westen über die Rheinebene ins Elsass und die Vogesen.

Das Belchengebiet steht seit 1949 unter Naturschutz, und seit 2001 ist der Belchengipfel für Privatautos gesperrt. Um auf den Gipfel zu kommen, muss man sich also entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg machen, oder man nutzt die Gondelseilbahn. Diese bringt einem in ca. 5 min zum Belchenhaus, von wo aus man schon einen wunderbaren Blick Richtung Schweiz hat.
Die restlichen paar Höhenmeter bis zum Gipfel sind dann allerdings nur zu Fuß zu erreichen.






Als erstes für all diejenigen, die hier nicht zu Hause sind, zwei Bilder, die dasselbe zeigen: ein Blick nach Westen, hinunter ins Münstertal und die Rheinebene bis zu den Vogesen.

Das erste Foto vom August bei einigermaßen klarem Wetter - das zweite Foto der gleiche Blick bei Inversionswetterlage.





So, und nun einfach weitere Bilder - genießen Sie das "Wolkenmeer"! Die Bilder beginnen im Osten, dann ein Schwenk nach Süd-Ost, Süden, Süd-West und Westen.

Blick nach Osten über den Schwarzwald


Die Schweizer Alpen kommen in Sicht



Diese aufsteigenden Wolken, die auf den letzten zwei Fotos aus dem "Meer" herausragen, werden übrigens durch die Kühltürme von Atomkraftwerken verursacht!


Diese vier markanten Alpengipfel (Bildmitte) sind von links nach rechts: Eiger, Mönch, Aletschhorn und Jungfrau







Blick zum Hohenblauen








Der Grand Ballon ist mit 1424 m ü. NN der höchste Berg der Vogesen







Dieses Gebiet hier am Oberrhein war früher von den Kelten besiedelt. Es gibt entsprechende archäologische Funde. Man hat sich schon lange Gedanken gemacht, wieso es hier 5 Berge mit demselben Namen gibt:
der Schwarzwälder (oder Badische) Belchen, der Jura-Belchen in der Schweiz, sowie in den Vogesen der Ballon d'Alsace, der Grand Ballon und der Petit Ballon.

Ebenso gibt es drei Berge, die den Namen "Blauen" tragen: der Hohenblauen, der Zeller Blauen und der Schweizer Blauen.

Eine interessante Erklärung gibt es, wenn man die Berge in Zusammenhang mit den jahreszeitlich wechselnden Sonnenständen bringt. Verbindet man die Linien, ergibt sich ein nahezu rechtwinkliges Dreieck. Das Belchendreieck. Entdeckt wurde es von Walter Eichin (Lörrach) und Andreas Bohnert (Karlsruhe).

Die folgende Karte geht auf den Basler Archäologen Rolf d'Aujourd'hui zurück, der untersucht, ob keltische Ausgrabungsfunde in Zusammenhang mit dem Belchendreieck zu bringen sind.


Ein paar Erläuterungen zu der Karte:

Steht man zur Tag- und Nachtgleiche (Äquinoktium am 20./21. März und 22./23. September) auf dem Ballon d'Alsace, dann ist der Sonnenaufgang direkt hinter dem Badischen Belchen. Und umgekehrt, vom Badischen Belchen aus gesehen ist der Sonnenuntergang an diesen Tagen genau hinter dem Ballon d'Alsace.

Wieder vom Ballon d'Alsace aus gesehen, geht die Sonne zur Wintersonnenwende direkt hinter dem Schweizer Belchen auf. Zur Sommersonnenwende in direkter Linie hinter dem Petit Ballon.

Am 1. Mai, ein wichtiges Datum in der Kultur der Kelten, ist der Sonnenaufgang genau hinter dem Grand Ballon (wieder vom Ballon d'Alsace aus gesehen).
Ebenso gibt es einen Mondkalender, bei dem die verschiedenen "Blauen" in Verbindung stehen.

Am Schnittpunkt des "Belchendreiecks" und des "Blauendreiecks" (= Basel 'Gasfabrik') fand man während Bauarbeiten eine große keltische Siedlung! Ebenso soll der Name der fünf Belchen-Berge auf das keltische Wort "bhel" zurückgehen, was "glänzend, schimmernd hell" bedeutet. Ein Wortstamm, der auch im Namen "Belenos" vorkommt, dem keltischen Sonnengott.

Alles Zufall? Ich weiß es nicht. Es gibt Argumente dafür und dagegen. So sagen die Gegner der Theorie, dass die Berge zu Zeit der Kelten zu sehr bewaldet waren, als dass sie einen freien Blick haben konnten.

Aber weiß man's? Mir persönlich jedenfalls gefällt die Idee von einem Sonnen- und Mondkalender.



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